Als wir im Januar 2021 Petricore gegründet haben, stellten wir uns natürlich die Frage, wo die Reise hingehen soll. Erklärtes Ziel ist es, in fünf Jahren eine Million Homepages auf Island zu betreiben. Drehen wir die Uhr doch mal weiter – ins Jahr 2026 – und schauen uns an, was Petricore dann für Auswirkungen auf die Umwelt hat im Vergleich zu einem „normalen“ Internetanbieter.

Nehmen wir also an, alles läuft nach Plan. In unserem Rechenzentrum nahe Reykjavik surren 10.000 Server. So viele werden in der Regel benötigt, um 1.000.000 Homepages zu betreiben. Wahrscheinlich sind es bei uns weniger. Denn unser Server-Konzept legt ja sehr viel Wert auf Effizienz. Aber gehen wir mal davon aus, dass es so viele sind.

Wie viel (Öko)Strom spart das „Petricore der Zukunft“?

EIN Server benötigt im Jahr etwa soviel Strom wie ein Zwei-Personenhaushalt. Zudem muss er gekühlt werden, benötigt eine Anbindung ans Internet, teilt sich mich mehrerer Anderen einen Server für Backups und eine Notstromversorgung. Das alle verbraucht zusätzliche Energie.

In Deutschland, wo das Thermometer rund 100 Tage pro Jahr auf über 22 Grad steigt, muss zur Kühlung eine Kältemaschine genutzt werden, um die Außenluft abzukühlen. In Island dagegen steht ganzjährig kühle Luft zur Verfügung. Allein dadurch spart „das Petricore der Zukunft“ so viel Strom im Jahr wie 2.800 Personen pro Jahr verbrauchen.

Doch der Standort Island kann noch mehr. Island produziert ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen. Doch Island ist zu weit von Kontinentaleuropa entfernt, um diesen Strom zu exportieren. Es gibt kein Stromkabel, das Island mit dem europäischen Festland verbindet. Aber es gibt Glasfaserkabel, die Islands Rechenzentren mit Europa verbinden. Also nehmen wir mal an, dass eine Million Petricore-Kund:innen in Island ihre Homepage, ihren Shop oder ihre App haben (hosten). Das würde die deutsche Energiewende insofern entlasten, als elf Windräder nicht gebaut werden müssten oder für andere klimaneutrale Zwecke genutzt werden könnten.

Wie entlastet das „Petricore der Zukunft“ das Klima?

In unserem „Petricore der Zukunft“ surren Server, Switches, Firewalls und Klimaanlagen; sind Meter- wenn nicht sogar Kilometer – an Kühlleitungen, Glasfaser- und Kupferleitungen verlegt. Das alles besteht aus Rohstoffen, die abgebaut oder recycelt werden mussten. Sie haben tausende Kilometer zurückgelegt, bis sie nach der Endmontage an ihrem Bestimmungsort angekommen sind. Das alles erzeugt CO²-Emissionen, die wir nicht vermeiden konnten.

Wir achten zwar auf Langlebigkeit unserer Komponenten und nutzen Server effizienter und länger als üblich, dennoch entstehen noch eine ganze Menge Emissionen. Diese versuchen wir seit der ersten Stunde auszugleichen. Durch Unterstützung von Aufforstungsprojekten auf Island, Moorrettung und Rekultivierung von Mooren in Deutschland.

Teilen wir den CO²-Ausgleich finanziell in zwei gleich große Stücke und gehen wir davon aus, dass wir uns auf dem Weg zu einer Million Kund:innen, jedes Jahr verdoppelt haben. Dann können wir mit der ersten Hälfte bis Ende 2026 1,3 Millionen Bäume auf Island gepflanzt haben. Das ist nochmal halb so viel, wie sich Island jedes Jahr selbst vorgenommen hat zu pflanzen, um die Insel vor Erosion und dem Klimawandel zu schützen. Mit der zweiten Hälfte könnten wir 50 Hektar Moor rekultiviert und gerettet haben. Das ist nochmal fast so viel, wie die Fläche, die im Königsmoor in Schleswig-Holstein bereits gerettet werden konnte.

Was wir sonst noch so schaffen könnten

Eine Million Kund:innen machen eine Menge Arbeit. 😉 Dazu braucht man gutes Personal. Im Rechenzentrum in Island schaffen wir zirka 50 Arbeitsplätze – 50 Leute, die nicht von der Fischerei oder dem Tourismus abhängig sind – die Einzigen, die ortsgebunden sein werden. Denn uns ist nach wie vor ein dezentrales Arbeiten wichtig. Homeoffice spart nicht nur doppelte Büroausstattung und den Weg zur Arbeit – es macht die Mitarbeiter:innen flexibler in ihren Zielen. Wo sie zum Beispiel wohnen wollen oder wie und wann sie Zeit mit Ihren Kindern und der Familie verbringen wollen.

Natürlich schaffen wir auch Arbeitsplätze in Deutschland. Sehr wichtig für uns: wir wollen bewusst denen eine Chance geben, die schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Das geht bei Geschlechtergerechtigkeit los und setzt sich über Personen mit Migrationserfahrungen fort bis hin zu körperlichen oder anderen Einschränkungen (mehr dazu in unserem Blogbeitrag Diversität). Wir haben uns jetzt schon angewöhnt, nach einer FreelancerIN zu suchen, wenn wir jemanden zur Unterstützung suchen.

Was wir dafür brauchen

DICH! Deine Homepage oder die Deiner Kund:innen kann eine dieser Million sein! Aber erzähl auch jedem von unserem Plan, die Welt zu retten – von dem Start-up, das die verrückte Idee hat, das Internet nach Island zu verlegen – weil es dort kühler und der Strom grüner ist. Das Start-up, das achtsam Energie und Emissionen spart, wo es nur kann. Und dort, wo die Gründer:innen es nicht können, Verantwortung übernehmen, indem sie Bäume pflanzen, wo sie dringend gebraucht werden und Moore retten. Damit das CO², das schon gespeichert ist, auch gespeichert bleibt.

Erzähl von denen, die weiterdenken.

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