Unsere Beweggründe, warum wir Island als unseren Serverstandort auserkoren haben, haben wir bereits an unterschiedlichen Stellen unseres Blogs eingehend dargestellt. In diesem Beitrag soll es darum gehen, warum wir uns den Inselrepublikaner:innen besonders verbunden fühlen.

Wenngleich schon mehrfach benannt, so darf der erste Grund auch hier nicht fehlen. Für uns ist die Verbundenheit der Isländer:innen offensichtlich, die sie zu ihrer Umgebung, der Umwelt und der Natur haben. Und dem fühlen wir uns eben auch verbunden.

1. Naturstrom nutzen, Ressourcen schonen und umweltbewusst leben

Doch es gibt noch mehr Gründe, warum wir Petricore:innen uns dem Inselstaat besonders verbunden fühlen. Ohne den Inhalten des heutigen Blogbeitrags vorgreifen zu wollen, stehen die Isländer:innen für uns als Vorreiter der Demokratie, Gleichberechtigung – nicht nur der Geschlechter, sondern auch der LGBTQI-Community. Ergo, Island ist ein Paradebeispiel für das Gesellschaftswesen – ganz aktuell auch bei der Einführung der Vier-Tage-Woche.

2. Vorreiter:innen der Demokratie1

Ja, wir haben in der Schule alle gelernt, dass unsere Demokratie aus dem alten Griechenland stammt. Doch eine der ersten Republiken – ohne König – war die Insel Island – bereits im 13. Jahrhundert.2

Einziges „Manko“ an dieser Stelle: Island ist noch kein Teil der EU – dafür der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, was den Datenschutz bei Petricore wiederum verstärkt. Und da wir gerade von Demokratie sprechen – so ist die Entscheidung eines Beitrittsgesuchs zur Europäischen Union selbstverständlich auch jedem Anwärterstaat (und deren Bürger:innen) selbst überlassen.

3. Isländer:innen sind eines der friedlichsten Völker – weltweit

Und das ist insbesondere in diesen Tagen nicht zu unterschätzen – und müsste demnach an erster Stelle stehen! Die Isländer:innen haben trotz fehlender Grenzen und Zäune im Land ein ausgeprägtes Sicherheitsgefühl – ganz ohne Armee! Sie zeigen sich Neuankömmlingen genauso offen, wie wir es hierzulande aus Hamburg oder Berlin kennen – nur markieren sie den Global Peace Index bereits seit 2008 (!) unverändert mit Platz 1.3

Ob das auch mit einer frauengeführten Politik zusammenhängt?

Bereits 1980 wurde eine Frau zur Präsidentin des Inselstaats gewählt: weltweit die erste in ihrer Position: Vigdís Finnbogadóttir. Ihr Führungsstil war sicherlich ein anderer als der, der Männer: Zuhören, Konsens finden und nicht nur Befehle erteilen oder Probleme totschweigen. Das würde sich auch friedensstiftend auswirken. 4

4. Ikonen der Gleichberechtigung

Während Frauen in Deutschland immer noch rund 21 % weniger Einkommen bei gleicher Arbeit erhalten als ihre männlichen Kollegen, wurde die Gleichbehandlung der Geschlechter in Island per Gesetz festgehalten (wenn auch noch nicht komplett umgesetzt). Doch auch andere Gesetze sichern die Stellung der Frau im Berufsalltag; in dem übrigens 97 % der Männer ebenfalls Vaterschaftsurlaub nehmen. Das ist nicht verwunderlich: Nicht nur den jungen Müttern steht eine Elternzeit zu – nein, auch den frisch gebackenen Vätern – nicht übertragbar und für jede:n mit 80 % Gehaltsfortzahlung verbunden.

Doch zur Gleichberechtigung gehört noch mehr: Bildung, Gesundheit und Lebenserwartung. So wird Gleichberechtigung bereits in der KITA gelernt, vorgelebt und praktiziert und per Gesetz gesichert: Sexualisierte und frauenfeindliche Werbung ist im Inselstaat ebenfalls verboten und auch den Striplokalen wurde per Gesetz ein Ende bereitet; stattdessen in Bildung investiert und das zahlt sich aus: Den isländischen Feminist:innen, Frauenrechtlern und Frauenrechtlerinnen ist es zudem gelungen, dass sich bereits jedes Unternehmen, ab einer Belegschaft von 25 (!) Personen der 40 % Quote verschreiben muss – sonst droht Strafe. Und auch wenn der gender pay gap auch in Island noch nicht vollständig überholt ist, so kann sich Island seit neun Jahren in Folge den weltweit geringsten gender gap und den höchsten Anteil an Akademikerinnen sichern.5

5. Vorbild moderner Gesellschaftsstrukturen

Neben einer modernen Demokratie, Mitspracherecht für alle, Gleichberechtigung und einem friedlichen Zusammenleben, hat Island im letzten Jahr die 4-Tage-Woche eingeführt.6 Zunächst sollte dies nur ein Experiment sein, um zu belegen, dass die Wirtschaftskraft und auch der Arbeitsethos nicht automatisch sinkt, wenn die Arbeitnehmenden an „nur“ vier Wochentagen ihrer entgeltlichen Beschäftigung nachgehen.

Um den ewigen Kritiker:innen der 4-Tage auch wissenschaftlich Stand zu halten, startete Island 2015 ein Forschungsprojekt, das 2017 noch einmal erweitert wurde. Damit wurde nun auch wissenschaftlich belegt, dass der Arbeitseinsatz sogar gesteigert und auch die Zufriedenheit zu neuen Maßstäben herangewachsen ist.

Was also kann falsch daran sein, zufriedene, glückliche und ausgewogene Mitarbeiter.innen zu beschäftigten?

Gleichwohl andernorts veränderte und automatisierte Arbeitsabläufe einhergehen mit einer neuen „workload“ zeigen die Isländer:innen, dass eine 4-Tage-Woche zum Wohle der Gesellschaft beiträgt. Die Burn-out-Quoten sind gesunken, nicht notwendige Prozesse wurden gestrichen, Meetings und Absprachen effizienter gestaltet. Unterm Strich steht ein gleichbleibendes Gehalt und mehr Zeit für Freund:innen, Freizeit, Familie und ehrenamtliches Engagement.7 Anstatt ewig dagegen zu zetern ist es vielleicht auch in Kontinentaleuropa nun an der Zeit, diesem Modell eine unvoreingenommene Chance zu geben!8

PS: Auch wenn wir hier einen Blog schreiben und nicht immer alles belegt werden muss, geben wir gern unsere Quellen an und fördern damit zugleich das Weiterlesen, Recherchieren und Weiterführen der Debatte.

Zum Nachlesen:

Rund um die Debatte des 4-Stunden-Tags lohnt sich auch die Lektüre des Buches „Utopien für Realisten“ von Rutger Bregman.

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