Unser Alltag verschiebt sich zunehmend ins Internet – ob als Nachschlagewerk, Homeoffice, zum Netzwerken oder Freizeitvertreib, Musikbox oder Filmvitrine – das Internet ist für uns steter Bestandteil geworden. So dürfte es eigentlich wenig verwundern, dass das Internet an sechster Stelle des weltweiten CO²-Ausstoßes rangieren würde, wäre es ein Land.1 Server sind 24 Stunden täglich, durchschnittlich 365 Tage im Jahr verfügbar, Daten werden rund um die Uhr und den Globus über diverse Server ausgetauscht, Suchanfragen weitergeleitet und schnellstmöglich Antworten zur Verfügung gestellt. All das verbraucht Energie, Strom und stößt Wärme aus. Nur allzu oft müssen die Server mit Kältemaschinen runter gekühlt werden. Doch jede:r von uns kann einen Beitrag leisten, diesen Ausstoß zu dezimieren.

Du fragst dich, wie du deine Website ressourcenschonend gestalten kannst?

Dann bist du in diesem Blog richtig. Heute geben wir dir 3 Tipps, um deine Website so umweltfreundlich wie möglich aufzubauen.

1. Umweltfreundlicher Webhoster

Die meiste Energie kannst du einsparen, indem du deine Website bei einem umweltfreundlichen Anbieter „hostest“2. Warum das Energie einspart?
Mit jedem Seitenaufruf, jedem Laden deiner Website und jedem Zugriff auf deine Inhalte werden Informationen zwischen Computern und Netzwerken getauscht. Der Datentransfer, der für unser Auge nicht wahrnehmbar ist, kostet jedoch nicht unwesentlich Energie und letzten Endes Strom. Schließlich laufen die Server 24 Stunden täglich. Insofern kannst du mit der bewussten Auswahl deines Providers steuern, welcher Strom dafür genutzt wird. Bei Petricore setzten wir dabei auf 100 Prozent erneuerbare Energie aus Island.

2. Einfachheit zählt

Achte beim Aufbau deiner Webseite, die Inhalte möglichst einfach zu gestalten.

Plane deine Website im Voraus und überlege dir, was darauf erscheinen soll und achte darauf, dass du nicht mehr Elemente als nötig verwendest. Dabei ist es hilfreich sich daran zu erinnern, dass jedes Extra gespeichert und später wieder geladen werden muss und dem Informationsaustausch zwischen Computern, Netzwerken und Servern bedarf.

Ähnlich verhält es sich mit Seitenlinks. Selbstverständlich sind Verlinkungen nützlich und auch nötig. Achte aber darauf, welcher Link tatsächlich notwendig, für deine Leser:innen zielführend oder vielleicht vermeidbar ist.

Wenn du Dateien auf deiner Website hinterlegst, überlege auch hier, welche davon sinnvoll sind, oder ob sich die Inhalte nicht besser in den Fließtext einbauen lassen. Jede Datei, die gesondert geladen werden muss, fragt wieder nach dem Datenaustausch im Hintergrund. Insofern macht es durchaus Sinn, Dateien aufzusplitten und in kleineren Varianten zielgerichtet zur Verfügung zu stellen. So sind sie für Leser:innen und Suchmaschinen leichter auffindbar und sparen sowohl bei der Suche als auch beim Öffnen Energie. Da kleinere Dateien weniger Ladezeit in Anspruch nehmen, kannst du so bis zu 90 Prozent Energie sparen.

Zudem werden häufig Dateien in möglichst hoher Auslösung hinterlegt. Doch braucht es diese Auflösung? Werden beispielsweise PDFs nicht zunehmend „auch nur gelesen“? In dem Fall können Dateien von 300 dpi auf 75 dpi runterskaliert werden. Wenn du den Eindruck hast bzw. gezielt Druckdateien zur Verfügung stellen möchtest, biete diese separat an. Das erspart unnötige Ladezeit für alle, die am Bildschirm lesen.

3. Bilder optimieren, Videos vermeiden3

In der heutigen Zeit versuchen wir überall durch Bilder und Videos unsere Zielgruppen zu erreichen. Aussagen werden am liebsten durch Bilder verstärkt, um auch wirklich alle anzusprechen. Das Bild und Videoangebot auf ganz einfachen Webseiten gleicht jedoch der unnötigen Plastikverwendung, denn Bilder verbrauchen im Vergleich zu Texten viel größere Datenmengen, um sie auszurufen und sichtbar erscheinen zu lassen. Allein an diesem Punkt kannst du durch dein bewusstes Handeln bis zu 90 Prozent Energie einsparen. Nimm dir also die Zeit und überlege auch hier, was wirklich notwendig und zielführend ist.

Bilder und Videos skalieren

Speichere zunächst die Bilder in einer Qualität ab, die für „deine Zwecke“ ausreicht – ergo in der du sie anzeigen möchtest.

Die Bilder, die eine 10-Megapixel-Kamera macht, sind um ein Vielfaches größer sind, als du für Websites benötigst. Üblicherweise kannst du deine Bilder auf 400 Pixel skalieren. Kleinere Bilder brauchen weniger Ladezeit, weniger Energie bei der Http-Kommunikation und werden darüber hinaus im Browser schärfer angezeigt. Übrigens: Ein ganz praktischer Vergleich ist auch die Pixelerfassung von Monitoren – ein 20 Zoll Monitor bietet dir zirka 1680 x 1050 Pixel.4 Da Webbilder selten auf der gesamten Bildschirmgröße betrachtet werden, kannst du also getrost skalieren und so der Umwelt Gutes tun.

Auch bei JPG-Dateien genügt üblicherweise die Qualitätsstufe von 75 Prozent – auch für hochwertige Darstellungen im Internet. Oft sind 60 Prozent ausreichend. Hier eröffnet sich dir ein Einsparpotential von 50 bis 90 Prozent.

Anderes Einsparpotential bietet dir die Verwendung gleicher Bildelemente. Dadurch werden Bilder, wie beispielsweise dein Logo, nur einmal für die Website heruntergeladen, im Zwischenspeicher abgelegt und an den jeweiligen Stellen direkt eingebunden. So verkürzt du Ladezeiten, kannst aber auch Änderungen an einer zentralen Bilddatei an weiteren Stellen ausspielen, ohne jede Datei aufs Neue zu ändern.5

Videos skalieren

Die gleiche Vorgehensweise empfehlen wir dir bei der Einbettung von Videos in deine Website. Überlege, ob und wie viele Videos du brauchst, ob das Video tatsächlich in der vollen Länge benötigt wird oder gegebenenfalls auch in einer Kurzversion genügen würde. Dann geht es ans Skalieren.
Wenn du die Videos in einer kleineren Auflösung und Qualitätsstufe anbietest, ermöglichst du dem Web und Endnutzer:innen, Energieverbrauch wesentlich zu senken.

Darüber hinaus kannst du mit einer guten Beschreibung des Videos dafür sorgen, dass deine Websitenbesucher:innen selbst entscheiden, ob das Video ihre Erwartungen erfüllt. Zwar hast du im schlimmsten Falle ein oder zwei Klicks weniger auf der Videodatei, aber sicherlich auch zufriedene Besucher:innen. Nichts ist schlimmer als am Ende festzustellen, dass die Informationen bereits hinlänglich bekannt waren, das Video für eine:n Nutzer:in persönlich keinen Mehrwert bietet und dadurch nicht zuletzt auch Zeit verloren wurde.

Weitere Tipps für den Alltag im Internet:

  • Nicht benötigte Tabs und Suchmaschinen schließen – alles, was im Hintergrund läuft, verbraucht Strom.
  • Zudem werden bei den „aufgeschlagenen“ Seiten nicht selten Werbung, kurze Animationen oder Videos ein- und abgespielt, ohne dass wir es merken.
  • Braucht es zum Musikhören wirklich die Videos? Schaust du dir diese an oder lässt du die Videos unterbewusst laufen?
  • Streaming-Dienste nur laufen lassen, wenn du auch hinschaust.
  • Bewusster Umgang in den sozialen Medien. „Wir bemerken nichts davon, dass jedes Like, jedes Abspeichern in einer Cloud, jedes Bild in den sozialen Medien zwingend CO²-Emissionen verursacht.“6

Quellen:

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